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Ortsgemeinde Mittelhof

Die Ortsgemeinde Mittelhof liegt etwa 90 km südöstlich von Köln und etwa 30 km südwestlich von Siegen. In nördlicher Richtung grenzt die Ortsgemeinde an das Gemeindegebiet der Ortsgemeinde Hövels, in östlicher Richtung an die Gemeindegebiete der Ortsgemeinden Wallmenroth und Scheuerfeld und südlich an das Gemeindegebiet der Stadt Wissen an.

Statistik & geografische Lage

Fläche und Flächennutzung

Die Ortsgemeinde Mittelhof hat eine Fläche von 11,13 Quadratkilometern.

Hiervon sind 47,2 % Waldfläche, 39,5 % Landwirtschaftsfläche, 10,4 % Siedlungs- und Verkehrsfläche, 2,7 % Wasserfläche und 0,2 % sonstige Fläche.

Einwohnerzahl

In der Ortsgemeinde leben 1.038 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand: 30.06.2025; Haupt- und Nebenwohnungen), von denen 542 Frauen und 496 Männer sind.

Die Stadt weist folgende Altersstruktur auf:

Alter

Anteil

 
unter 20 Jahren 16,67 %
20 bis 39 Jahre 16,38 %
40 bis 59 Jahre 26,78 %
60 bis 79 Jahre 34,88 %
über 80 Jahre 5,30 %

Die Bevölkerungsdichte liegt bei 93,3 Einwohner je Quadratkilometer.

Angaben von rlpDirekt

Statistisches Landesamt

Sie haben die Möglichkeit, durch Anklicken des nachstehenden Links, statistische Informationen zur Ortsgemeinde Mittelhof aus dem Portal des Statistischen Landesamtes zu beziehen:

Angaben des Statistischen Landesamtes

Geografische Lage

Die Ortsgemeinde Mittelhof liegt in der Verbandsgemeinde Wissen im Landkreis Altenkirchen zwischen den Ortsgemeinde Hövels und der Stadt Wissen. Mittelhof besteht aus den Ortsteilen Steckenstein, Blickhäuserwald und Mittelhof, sowie einigen Weilern.

Bürgermeister, Beigeordnete & Rat

Herr Johnannes Reifenrath

Erster Beigeordneter

Herr Michael Reichling

Beigeordneter


Informationen zu dem Ortsgemeinderat und den Ausschüssen der Ortsgemeinde Mittelhof finden Sie in unserem Rats- und Bürgerinformationssystem.

Wappen

Seit dem 7. Oktober 1986 führt die Ortsgemeinde Mittelhof ein Wappen.

Wappenbeschreibung

Im linken Feld schwarze Windrose mit schwarzem von südwestlicher in nordöstlicher Richtung durchgezogenen Pfeil auf goldenem Grund, im großen mittleren Feld goldene Ähre auf rotem Grund, im rechten Feld schwarze Grubenlampe auf goldenem Grund.

Wappenbegründung

Die Ortsgemeinde Mittelhof ist am stärksten durch die Landwirtschaft geprägt. Sie wird im Wappen durch eine Ähre symbolisiert, der deshalb die zentrale und vorherrschende Stellung im mittleren, großen Feld zukommt. Gleichzeitig ist sie in Gold gehalten, womit eine besondere Wertschätzung landwirtschaftlicher Produkte ausgedrückt werden soll. Die Ähre hebt sich von einem reinen, tiefen Blutrot ab, einer Farbe, die Wärme und Aufmerksamkeit hervorrufen kann. Die Windrose mit durchgezogenem Pfeil im linken Feld symbolisiert den Fremdenverkehr: Die Ortsgemeinde ist seit 1973 staatlich anerkannte Fremdenverkehrsgemeinde mit einem landwirtschaftlich reizvollen Wanderwegenetz. In der Ortsgemeinde befindet sich ein Campingplatz sowie ein Mobilheimpark mit 172 Standplätzen. Die Grubenlampe im rechten Feld soll die Erinnerung an den Eisenerzbergbau wachhalten, der über Jahrhunderte in den heimischen Gruben "Eisengarten", "Friedrich", "Glücksstern" und "Rasselskaute" umgegangen ist. Die Farbe schwarze weist ebenfalls auf den Bergbau hin.

Geschichte

Besiedlung

Die frühere "Blickhauserhöhe" (am 01. März 1986 in Mittelhof umbenannt) genannte Ortsgemeinde der Verbandsgemeinde Wissen hat eine flächenmäßig große Abdeckung. Zu welchem Zeitpunkt die Besiedlung hier begonnen hat, ist nicht genau feststellbar. Die germanischen Stämme der Osen und Quaden ließen sich hier teilweise nieder. Auch heute erinnern die Weiler "Quadenhof" und "Osenbach" an diese Zeit. Im Jahre 1811 tauchten zum ersten Mal konkrete Zahlen über die Besiedlung der ehemaligen Gemeinde Blickhauserhöhe auf. Damals lebten in 25 Wohnungen insgesamt 284 Einwohner.

Bergbaugebiet Grube "Friedrich" und Grube "Rasselskaute"

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts besaß die Gemeinde 2 Bergbaubetriebe, die Grube "Friedrich" und die Grube "Rasselskaute".

In der Grube "Friedrich" wurde Eisenstein und in der Grube "Rasselskaute" Kupfererz gefördert. Etwa in den vierziger Jahren wurde eine dritte Grube mit dem Namen "Eisengarten" ins Leben gerufen. Jedoch wurde sie 1892 aufgrund baufälliger Grubenschächte und einer zu geringen Ausbeute an Eisenerz stillgelegt. Vier Jahre zuvor wurde auch die Grube "Rasselskaute" stillgelegt. Jedoch sank die Förderung in den Jahren des 1. Weltkrieges enorm. 1931 folgte dann die Stilllegung der Grube "Friedrich". 6 Jahre später wurde die Grube wieder in Betrieb genommen. In wirtschaftlicher Hinsicht konnte die Gemeinde wieder aufatmen. Denn auch die Grube "Rasselskaute" wurde im gleichen Jahr wieder in Betrieb genommen. Siebzehn Jahre wurde in der Grube "Friedrich" wieder Eisenstein gefördert, dann folgte die erneute Stilllegung. 1964 wurde auch die Grube "Rasselskaute" erneut stillgelegt.

Barbarafenster in der Mittelhofer Kirche

Noch heute erinnert das Barbarafenster in der Mittelhofer Kirche an den Bergbau. Es wurde am 18. Juli 1897 von einem Dechanten aus Oberlahr eingeweiht. Erst nach 22 Jahren erhielt die Ortsgemeinde einen eigenen Geistlichen. Zudem wurde 1929 der Grundstein zu einem Jugendheim gelegt. Dieses wurde vier Jahre später unter der Teilnahme von zweitausend Jugendlichen eingeweiht. Somit ist es das älteste Jugendheim im Kreis Altenkirchen.

Städtepartnerschaft Mittelhof - Pietna

Pietna (Polen, Oberschlesien) ist ein Dorf in der Gemeinde Krapkowice in der Woiwoschaft Oppeln.

Bild vergrößern: Wappen Pietna
Wappen Pietna

Anfänge der Partnerschaft

Der Gedanke, mit einer deutschen Gemeinde eine Partnerschaft einzugehen, kam den Einwohnern von Pietna im Dezember 2001. Heinz Steinhoff aus Krapkowice nahm Kontakte nach Wissen auf. Was lag näher, als eine Gemeinde aus der Verbandsgemeinde Wissen zu fragen. Wissen pflegt schon längere Zeit enge Kontakte zur polnischen Partnergemeinde Krapkowice. In Mittelhof wurde der Gedanke positiv aufgenommen. Im August 2002 war es dann soweit.

Der erste Besuch in Pietna

Frühmorgens ging die Fahrt in Richtung Polen. Nach ungefähr 12 Stunden war man am Ziel. Die 8 Mitglieder des Partnerschaftsausschusses waren:

  • Ortsbürgermeister Reimund Reifenrath
  • die Ortsbeigeordneten Hermann-Josef Schmidt und Hans-Georg Brück
  • Fraktionsvorsitzende Christa Schneider (CDU), Fraktionsvorsitzender Egbert Lobjinski (SPD) sowie Toni Röttgen, Hans-Joachim Rödder und Raimund Schneider

Der Empfang in Pietna war überwältigend. Die Bürger unter der Leitung von Ortsvorsteher Heinz Weiss leiteten die Delegation aus Mittelhof ins festlich dekorierte Zelt. Hier konnte man ein Plakat mit der Aufschrift lesen: Die Partnerschaft festigen, ist unsere Aufgabe. Pietna grüßt Mittelhof. Bei traumhaft schönen Wetter wurde Samstag morgens die Kreisstadt Krapkowice besichtigt. Der Nachmittag stand ganz im Zeichen des Heimattages. Nach einem festlichen Gottesdienst, der in deutscher und polnischer Sprache zelebriert wurde, nahmen auch viele ehemalige Landsleute aus Polen teil, die nach dem Zweiten Weltkrieg ausgewandert waren.

In den Ansprachen von Herrn Landrat Joachim Czernek, Bürgermeister Piotr Solloch und Ortsvorsteher Heinz Weiss wurde die Bedeutung des Heimattages gewürdigt und partnerschaftliche Beziehungen, die sich zwischen der Gemeinde Pietna und Mittelhof anbahnen, als ein wichtiger Beitrag der Völkerverständigung ausgeprochen. Ortsbürgermeister Reimund Reifenrath ermunterte die Bürger von Pietna zu solchen Heimattreffen, die den Anstoß geben zur Rückbestimmung auf den Wert der Heimat inmitten einer Welt, in der die Erhaltung der Grundwerte eine immer geringer werdende Rolle zu spielen scheint.

Im Hinblick auf die Gründung einer Partnerschaft zitierte er die heimische Europaabgeordnete Sabine Zissener: "Wenn die verschiedenen Lebensarten in Europa als Bereicherung empfunden werden, werden wir die Sprachenvielfalt und kulturellen Unterschiede als unser wertvolles europäisches Erbe sehen und wenn durch viele beispielhafte Aktivitäten und Kontakte Partnerschaften entstehen, dann sind dies die wichtigsten Beiträge, die in einem immer stärker zusammenwachsenden Europa für ein humanes und demokratisches Gemeinwesen geleistet werden können." Der nächste Tag begann mit einem festlichen Gottesdienst anlässlich des Erntedankfestes. Daran schloss sich ein Umzug mit erwa 30 Erntedankwagen und Fußgruppen aus Pietna und den Nachbardörfern an, die von der Kirche aus durch den Ort zog. Besonders beeindruckend für die deutschen Teilnehmer waren die über 1 m hohen handgefertigten Erntekronen, die von polnischen Frauen in monatelanger Arbeit hergestellt worden waren.

Beim offiziellen Empfang im Festzelt überbrachte Ortsbürgermeister Reimund Reifenrath die Grüße der Bürger von Mittelhof. Man hoffe, dass es auch im privaten Bereich Kontakte geben werde, so der Ortsbürgermeister. Zum Abschluss des Tages traf man sich zu einem gemütlichen Zusammensein im Gemeindehaus, bei dem sich die deutsche Delegation für die herzliche Aufnahme bedankte und den Wunsch äußerte, dass der nun einmal gelegte Samen bald Früchte trage und die freundschaftlichen Beziehungen sich vertiefen sollten. Ortsbürgermeister Reimund Reifenrath lud die Bürger von Pietna Ende Mai 2003 zu einem Gegenbesuch in Mittelhof anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des Sportvereins ein.

Partnerschaftsurkunde

Im Rahmen eines Festaktes wurde die Partnerschaftsurkunde zwischen Mittelhof und Pietna von dem polnischen Vertreter Ortsvorsteher Henryk Weiss und Ortsbürgermeister Reimund Reifenrath am 30. Mai 2003 in Mittelhof unterzeichnet.

Impressionen aus der Ortsgemeinde (Bilder folgen in Kürze)