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Ortsgemeinde Hövels

Die Ortsgemeinde Hövels liegt etwa 90 km südöstlich von Köln und etwa 30 km südwestlich von Siegen. In nördlicher Richtung grenzt Hövels an die Gemeindegebiete der Ortsgemeinden Birken-Honigsessen und Katzwinkel, östlich an das Gemeindegebiet der Ortsgemeinde Wallmenroth, südlich an das  Gemeindegebiet der Ortsgemeinde Mittelhof und westlich an das Gemeindegebiet der Stadt Wissen.

Statistik & geografische Lage

Fläche und Flächennutzung

Die Ortsgemeinde Hövels hat eine Fläche von 7,87 Quadratkilometern.

Hiervon sind 59,2 % Waldfläche, 27 % Landwirtschaftsfläche, 11,1 % Siedlungs- und Verkehrsfläche, 2,5 % Wasserfläche und 0,1 % sonstige Fläche.

Einwohnerzahl

In der Ortsgemeinde leben 525 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand: 30.06.2025; Haupt- und Nebenwohnungen), von denen 257 Frauen und 268 Männer sind.

Die Stadt weist folgende Altersstruktur auf:

Alter

Anteil

 
unter 20 Jahren 12,95 %
20 bis 39 Jahre 21,59 %
40 bis 59 Jahre 29,14 %
60 bis 79 Jahre 28,57 %
über 80 Jahre 7,80 %

Die Bevölkerungsdichte liegt bei 66,7 Einwohner je Quadratkilometer.

Angaben von rlpDirekt

Statistisches Landesamt

Sie haben die Möglichkeit, durch Anklicken des nachstehenden Links, statistische Informationen zur Ortsgemeinde Hövels aus dem Portal des Statistischen Landesamtes zu beziehen:

Angaben des Statistischen Landesamtes

Geografische Lage

Die Ortsgemeinde Hövels ist eine der 5 Ortsgemeinden und der Stadt Wissen in der Verbandsgemeinde Wissen. Sie liegt also im Landkreis Altenkirchen und damit in der nördlichsten Spitze von Rheinland-Pfalz.

Zu ihr gehören die Ortsteile Siegenthal, Niederhövels und Oberhövels sowie die Weiler Wingertshardt, Niedergüdeln, Obergüdeln, Staade, Dasberg und Mühlenthal.

Der Ort ist etwa 90 km von Köln im Westen und 75 km von Koblenz im Südwesten sowie 35 km von Siegen im Nordosten entfernt.

Bürgermeister, Beigeordnete & Rat

Herr Albert Rödder

Erster Beigeordneter

Herr André Hüsch

Beigeordneter

Informationen zu dem Ortsgemeinderat und den Ausschüssen der Ortsgemeinde Hövels finden Sie in unserem Rats- und Bürgerinformationssystem.

Wappen

Das Wappen wurde am 28. Mai 1984 von der Bezirksregierung in Koblenz genehmigt und am 26. Juli 1984 in der konstituierenden Sitzung des Ortsgemeinderates durch Ortsbürgermeister Alois Leidig der Öffentlichkeit vorgestellt.

Wappenbeschreibung

Schwarzer Hammer und schwarzer Schlägel schräggekreuzt auf goldenem Grund

Wappenbegründung

Hammer und Schlägel, die Werkzeuge der Bergleute, sollen an den traditionsreichen Erzbergbau und die zuletzt etwa 500 Bergleute in Hövels erinnern. Sie sollen darauf hinweisen, dass auf den in der Ortsgemeinde gelegenen Gruben Eupel, Rasselskaute und Wingertshardt über Jahrhunderte der Erzbergbau ungegangen ist, der ist Struktur unserer Landschaft wesentlich geprägt hat. Die Grube Wingertshardt wurde im Zusammenhang mit der Grube Vereinigung Katzwinkel stillgelegt, während in der Grube Eupel bis zum Februar 1964 gefördert wurde. Der goldene Untergrund soll die natürliche Farbe des hier hauptsächlich gewonnenen Spateisensteins (32 bis 38 v.H. Eisengehalt) symbolisieren.

Geschichte

Die Entstehung des Ortsteils Niederhövels ist auf die Eisenerzgrube „Eupel“ zurückzuführen. Am 26. Januar 1652 belehnten die Herren zu Hatzfeldt-Wildenburg den Freiherrn von Sparr mit sämtlichen Bergwerken im Crottorf-Weisweilerschen Distrikt. In dieser Urkunde wird u.a. erstmals die Grube „Aepel“ (Eupel) erwähnt, deren Name später auch auf den Ort übergehen sollte. In den Jahren 1870 bis 1873 wurde die Bergmannssiedlung gebaut, die durch Bomben im Krieg stark beschädigt wurde. Die Siedlung stellte bis Ende des 2. Weltkrieges den eigentlichen Ortskern dar. Durch die Bodenreform und Verkauf von Grundstücken durch die Hatzfeldt-Wildenburg'sche Verwaltung oberhalb der B 62, entwickelte sich der Ort Niederhövels. Die Ortsgemeinde baute neue Straßen- und Wege und ermöglichte damit weitere Ansiedlungen. Bis zur Schließung der Grube Eupel im Jahre 1964 bestanden die Ortsnamen „Eupel“ und „Niederhövels“ gleichzeitig. Durch den Ortsgemeinderat Hövels wurde der Ortsname „Eupel“ nach der Schließung der Grube offiziell aufgehoben.

Bergmannssiedlung - Kolonie

Die Entstehung: Die Besitzer der Grube Eupel erwarben am 24. Februar 1870 aus dem Besitz des Fürsten von Hatzfeld eine Fläche um dort Bergleute für die Eisenerzgruben an zu siedeln. Noch im gleichen Jahr wurde die erste Gruppe von Wohnhäusern mit zehn Wohnungseinheiten erbaut. In den Jahren 1871 und 1872 kam jeweils eine gleiche Wohnhausgruppe hinzu. 1873 wurde die Bergmannssiedlung noch einmal um zwölf Wohnungseinheiten erweitert. In den Jahren 1883 und 1884 mussten die Gebäude sehr aufwendig saniert werden weil die Hölzer des Fachwerks stark von Fäulnis befallen waren. Mit der Betriebseinstellung der Grube Eupel Ende 1894 verlor auch die Bergmannssiedlung ihre ursprüngliche Bedeutung und viele Familien verließen ihre Wohnungen. Um ein leer stehen der Gebäude zu verhindern wurden die Wohnungen ab dem 01. Mai 1895 zum „Altenheim Eupel“ umgewidmet. Hier fanden nun arbeitsunfähig gewordene Bergleute ein Zuhause. Im Jahr 1906 wurden einige Brunnen, die zur Wasserversorgung dienten, vom Gesundheitsamt geschlossen. Nach umfangreichen Bauarbeiten konnte am 01. Juli 1908 die geplante Wasserleitung in Betrieb genommen werden und im Sommer 1930 wurde die Bergmannssiedlung an das Stromnetz angeschlossen. Nach zwei Weltkriegen, starkem Verfall und Wiederaufbau bieten die Wohneinheiten heute Privatbesitzern ihr Eigenheim.

Gasometer

Die Geschichte: Um das Weißblechwerk in Wissen von gelegentlichen Störungen der Energieversorgung unabhängig zu machen, beschloss die Ruhrgas AG den Bau eines Gasbehälters. Von 1935 bis 1937 waren 80 Arbeiter Tag und Nacht damit beschäftigt, die Fläche für den Gasbehälter herzustellen. Im Jahr 1938 wurde dann der Gasometer, mit den unglaublichen Abmaßen mit einer Höhe von 94 Metern, einem Durchmesser von 54 Metern und einem Fassungsvermögen von 175.000 Kubikmetern Kokereigas, erbaut. Er wurde dadurch zu einem der größten Scheibengasbehälter in ganz Europa und diente 32 Jahre lang der Gasspeicherung. Im 2. Weltkrieg war das weit sichtbare Bauwerk ein beliebtes Angriffsziel der Alliierten. Tausende von Geschossen durchlöcherten die Außenhaut, die dann Ende 1946 notdürftig Instand gesetzt wurde. Doch die Reparatur hielt nicht lange, so wurde der Gasometer in den Jahren 1949 und 1951 von Grund auf saniert. Am 22. Juni 1970 wurde er außer Dienst gestellt und am 10. Juni 1971 gesprengt. Diese Sprengung verlief aber keineswegs nach Plan; die Berechnungen des Sprengmeisters waren absolut falsch und der Turm kippte statt zur Bergseite über die Straße bis hin zur Sieg. Während der Aufräumarbeiten durch Bundeswehreinheiten mit schwerem Räumgerät blieb die B62 mehrere Tage voll gesperrt. - Auf dem Gelände befindet sich heute ein Sägewerk.

Förderturm

Die Geschichte: Nach der ersten urkundlichen Erwähnung des hiesigen Bergbaus im Jahr 1652 wurde die letzte Schicht der Grube „Eupel“ am 22. Februar 1964 gefahren. Der erste Maschinenschacht entstand im Jahr 1865. Der Förderturm konnte 8-Tonnengefäße mit 16 Metern pro Sekunde. vollautomatisch aus 1.200 Meter Tiefe heben, war 60 Meter hoch und 250 Tonnen schwer. Er wurde am 19. September 1968 „umgelegt“ und über mehrere Wochen lang demontiert und abtransportiert.

Zentrale

Die Geschichte: Im Jahr 1907 wurden zwei 500 PS leistende Dampfdynamos und die dazugehörende Kesselanlage als elektrische Zentrale für die Grube Friedrich in Steckenstein erbaut. Der Maschinenschacht, die elektrischen Pumpen unter Tage und die elektrische Seilbahn wurden von hier mit Strom versorgt. Nach der Stilllegung der elektrischen Zentrale wurden die Gebäude abgerissen und am 22. April 1932 der 54 Meter hohe Schornstein gesprengt.

Friedhof "Am Eisengarten"

Der Friedhof „Am Eisengarten“, der in der Gemarkung Mittelhof liegt, wurde am 11. März 1932, noch im fürstlichen Besitz, von der hiesigen evangelischen Gemeinde mit der ersten Bestattung eingeweiht. Im Sommer 1953 konnte er, gegen eine Anerkennungszahlung von 50 DM von der Ortsgemeinde Hövels erworben werden. Der Bürgermeister, Hermann Gischler, gab bekannt, dass für den katholischen Bevölkerungsteil, für die gleichen Konditionen, eine entsprechende Fläche gekauft werde. Am Buß- und Bettag 1968 wurde die Friedhofshalle, damals als kleine Kapelle bezeichnet, ihrer Bestimmung übergeben. Im Jahr 1971 wurde das von Bildhauer Christ aus Mudersbach entworfene Ehrenmal, zum Gedenken an die Kriegstoten, angelegt. Im Jahr 2006 kamen auch Urnengrabstätten hinzu.

Bürgerhaus

Die Idee, ein Dorfgemeinschaftshaus in Hövels zu errichten entstand im Jahr 1977. Nach umfangreichen Verhandlungen, bei denen es auch Absagen gab, sahen die ersten Pläne zur Errichtung des Bürgerhauses ein Grundstück in der Mittelstraße (jetziger Spielplatz) vor. Ortsbürgermeister Alois Leidig kaufte dieses daraufhin von dem ortsansässigen Altmetallhändler Erich Lehmann. Es gab jedoch heftigen Widerstand aus der Bevölkerung, die im Ortskern erhebliche Lärmbelästigung befürchteten. Ungeachtet der Proteste wurde der Vorentwurf durch das Bauamt Wissen am 12. September 1980 mit geschätzten Baukosten von 760.000 DM erarbeitet und am 16. Januar 1981 entstand die Bauzeichnung durch Architekt Franz-Arnold Geimer aus Wissen. Parallel zu den laufenden Planungen wurde, wegen den massiven Beschwerden, eine Alternativfläche gesucht. Der Raiffeisenmarkt stellte den Betrieb auf dem Gelände am Bahnhof, im Besitz der Deutschen Bundesbahn, ein. Also trat die Ortsgemeinde am 05. Dezember 1979 in Grundstücksverhandlungen mit der Deutschen Bundesbahn, die nach zähem Ringen erfolgreich verliefen. Als dieses Vorhaben bekannt wurde, entstand wieder Unmut bei den betroffenen Anliegern, die dann am 24. Januar 1980 ein Beschwerdeschreiben, mit beiliegender Unterschriftenliste an den Ortsgemeinderat verfassten. Nach heftigen Diskussionen erteilte letztendlich der Ortsgemeinderat dem Architekt Franz-Arnold Geimer aus Wissen den Auftrag das Bürgerhaus am Bahnhof zu planen. Die Bauzeichnung wurde am 24. November 1982 vorgelegt und der Spatenstich erfolgte Ende April 1983. Das Richtfest wurde am 29. Juli 1983 nach altem Brauch gefeiert. Zimmermeister Arno Hartmann sprach den zünftigen Richtspruch. Die offizielle Einweihung erfolgte am 29. Juni 1984 mit einer großen Feierstunde.

Impressionen aus der Ortsgemeinde

  • P.-J.Steinke
  • P.-J.Steinke
  • P.-J.Steinke