Ortsgemeinde Selbach (Sieg)
Die Ortsgemeinde Selbach (Sieg) liegt etwa 90 km südöstlich von Köln und etwa 35 km südwestlich von Siegen. In nördlicher Richtung grenzt die Ortsgemeinde unmittelbar an das Gemeindegebiet der Stadt Wissen, in südöstlicher Richtung an das Gemeindegebiet der Ortsgemeinde Fensdorf und in südlicher Richtung an das Gemeindegebiet der Ortsgemeinde Mörsbach (Westerwaldkreis).
Statistik & geografische Lage
Fläche und Flächennutzung
Die Ortsgemeinde Selbach (Sieg) hat eine Fläche von 3,66 Quadratkilometern.
Hiervon sind 57,9 % Waldfläche, 27,1 % Landwirtschaftsfläche, 14,4 % Siedlungs- und Verkehrsfläche, 0,3 % Wasserfläche und 0,3 % sonstige Fläche.
Einwohnerzahl
In der Ortsgemeinde leben 780 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand: 30.06.2025; Haupt- und Nebenwohnungen), von denen 392 Frauen und 388 Männer sind.
Die Stadt weist folgende Altersstruktur auf:
|
Alter |
Anteil | |
|---|---|---|
| unter 20 Jahren | 18,85 % | |
| 20 bis 39 Jahre | 19,74 % | |
| 40 bis 59 Jahre | 27,44 % | |
| 60 bis 79 Jahre | 26,15 % | |
| über 80 Jahre | 7,24 % |
Die Bevölkerungsdichte liegt bei 213,1 Einwohner je Quadratkilometer.
Statistisches Landesamt
Sie haben die Möglichkeit, durch Anklicken des nachstehenden Links, statistische Informationen zur Ortsgemeinde Selbach (Sieg) aus dem Portal des Statistischen Landesamtes zu beziehen:
Angaben des Statistischen Landesamtes
Geografische Lage
Die Ortsgemeinde Selbach (Sieg) liegt in der Verbandsgemeinde Wissen, also im Landkreis Altenkirchen und damit in der nördlichsten Spitze von Rheinland-Pfalz.
Zu ihr gehören die Ortsteile Brunken, Kirchseifen und der Weiler Neuhöffchen. Unterschiedliche Waldarten und Wiesen zieren das für den Westerwald typische Landschaftsbild der Ortsgemeinde.
Der Ort ist etwa 80 km von Köln im Westen und 64 km von Koblenz im Südwesten sowie 45 km von Siegen im Nordosten entfernt.
Bürgermeister, Beigeordnete & Rat
Informationen zu dem Ortsgemeinderat und den Ausschüssen der Ortsgemeinde Selbach (Sieg) finden Sie in unserem Rats- und Bürgerinformationssystem.
Wappen
Das Wappen der Ortsgemeinde Selbach (Sieg) wurde von Herrn Limbach, Gmünden, einem Fachmann in Sachen Heraldik/Wappengestaltung, gestaltet.
Wappenbeschreibung
In Grün eine gestürzte eingebogene silberne Spitze, darin ein durchgehendes schwarzes Kreuz, belegt mit vier silbernen Scheiben im Vierpass, darin eine rote Rose mit grünen Kelchblättern und goldenen Butzen, vorn und hinten ein goldbordierter roter Wellenbalken, darin vorn zwei schräggekreuzte goldene Lohschäler, hinten schräggekreuzte goldene Hammer und Schlegel
Wappenbegründung
Die um 1500 erwähnte Ortsgemeinde Selbach (Sieg) liegt im Gebiet des ehemaligen Auelgaues und gehörte damals teilweise zum Kurfürstentum Köln sowie zu Sayn-Hachenburg bzw. Sayn-Wittgenstein. Lehnsherren waren um 1589 die von Crottorf-Hatzfeldt-Wildenburg. Im Ortswappen erinnern an die ehemaligen Landes- und Lehnsherren deren Wappen bzw. Wappenfarben: So das schwarze Kölner Kreutz in der eingebogenen gestürzten silbernen Spitze, darin die Wildenburger Rose für das Haus Crottorf-Hatzfeld-Wildenburg; Das über Jahrhunderte mit Selbach eng verbunden war, sowie die saynischen Wappenfarben Rot und Gold in den Wellenbalken. Der Ortsname Selbach ist nach der althochdeutschen Bezeichnung "salaha" für Salweide bzw. nach „salo“ für dunkel, trübe, abgeleitet. Durch die Gemarkung fließen und münden der Kohlbach und der Görsbach in den Selbach. Die drei Bäche, und somit auch der Ortsname, sind im Ortswappen durch den goldbordierten roten Wellenbalken dargestellt. Die Gemeinde selbst besteht aus den drei Ortsteilen Selbach, Brunken und Kirchseifen, die durch die Dreiteilung des Wappenschildes dokumentiert sind. Der Mittelpunkt des Ortes und des dörflichen Lebens ist die St. Anna-Kirche, an deren Stelle bis 1860 eine Fachwerkkapelle stand. Sie wurde 1861 abgerissen, aus Bruchsteinen neu aufgebaut und 1863 eingeweiht. Zum Ausbau der Kirche wurde 1885 eigens der St. Anna-Verein gegründet und so 1954 der große Erweiterungsbau eingeweiht. Die Kirche selbst ist im Ortswappen in Verbindung mit dem Kölner Kreuz zentral durch die silbernen Scheiben im Vierpass dargestellt, die symbolisch für das Reliquiengefäß mit der 1904 gestifteten Reliquie der Heiligen Anna stehen. Die Lebensgrundlagen für die Selbacher Bewohner waren lange zeit bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Bergbau sowie die Land- und Waldwirtschaft. So wurde in der Grube Coriolan bis 1925 Bleierz gefördert und es gab sogar eine "Gewerkschaft der Selbacher Erzbergwerke" mit mehreren Grubenfeldern. Nicht zufällig ist die Kirche der Heiligen Anna als Beschützer der Bergleute geweiht. An den Bergbau in Selbach erinnern hinten im Wellenbalken die gekreuzten goldenen Hammer und Schlegel. Neben dem Bergbau und der Landwirtschaft hatte die Wald- bzw. Haubergswirtschaft in Selbach einen hohen Stellenwert. Der Wald macht ungefähr 60% der Gemarkung aus und es bestehen noch vier Haubergsgenossenschaften, deren Ursprung bis 1780 zurück geht. Der Wald mit den Haubergen ist vorne im Wellenbalken durch die charakteristischen Werkzeuge zur Gewinnung der "Lohe", die gekreuzten goldenen "Lohschäler" dargestellt. Landschaftlich liegt die Gemeinde Selbach im reizvollen "Selbacher Tälchen", umgeben von grünen Wiesen und Wäldern mit seinen zahlreichen Bächen, wie es auch in seinem Heimatlied besungen wird. Für die Gemarkung mit Wiesen und Wäldern steht im Ortswappen die Feldfarbe Grün. Grün ist aber auch die Farbe für Freiheit, Fröhlichkeit ind Hoffnung, mit der sich die Selbacher Bürger verbunden fühlen. Die Ortsgemeinde Selbach (Sieg) kam 1802/03 an Nassau, gehörte ab 1814/15 zu Preußen und ist heute eine ländliche Wohngemeinde im Naherholungsgebiet "Wisser Land" der Verbandsgemeinde Wissen, Landkreis Altenkirchen.
Geschichte
Pater Dr. Bernhard Rötter (ein Selbacher) vermutet in seinem 1930 erschienenen Buch „Aus den Tagen der Vorzeit“, eine mögliche Existenz Selbachs schon in „früher Vorzeit“. Seriöse urkundliche Hinweise und Ersterwähnungen werden zur Zeit auf ihre Belastbarkeit hin überprüft.
Sicher ist die schon frühe Aufteilung der Selbacher Landkarte in einen kurkölnischen Teil und einen saynischen Teil. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts kam es sogar zu einer Dreiteilung. Die Bäche Selbach und Kölbach bildeten die Grenzen. Der kölnische Teil Selbachs (im Amt und Herrschaft Schönstein) kam Ende des 16. Jahrhunderts zum Haus Hatzfeldt. Um 1800 weiß man in Selbach von einer kleinen Fachwerkkapelle.
1803 wurden alle Teile Selbachs dem Herzogtum Nassau zugeführt und ab 1816 wurde man selbständiges Dorf im Landkreis Altenkirchen und preußisch. In dieser Zeit beginnt auch die Selbacher Schulgeschichte.
1863 wird die neu erbaute St. Anna-Kapelle eingeweiht.
1871 zählte man in Selbach 415 Einwohner und 1950 waren es schon 580.
1951 kamen die ersten Flüchtlinge nach Selbach und 1954 konnte die erweiterte St. Anna-Kapelle eingeweiht werden.
1957 wird Franz Bläser zum Bürgermeister gewählt. 36 Jahre war er ununterbrochen in diesem Amt.
1973 wird aus "Selbach, Amt Wissen" nun "Selbach (Sieg)".
1988 veröffentlichten die Herausgeber Bruno Ossinski und Lothar Radermacher ihr "Selbacher Heimatbuch - Unsere Kirche im Dorf".
2002 wird der "Bachlehrpfad Selbach" eingeweiht.
2004 bekam Selbach sein offizielles Ortswappen, in dessen Farben und Symbolen sich u. a. die ehemaligen Herrschaften, die Bäche, die Kirche, der Bergbau und die Haubergswirtschaft wiederfinden.
Eigene Internetseite
Die Ortsgemeinde Selbach hat eine eigene Internetseite unter der Adresse https://selbach-sieg.de, die von Selbacher Bürgerinnen und Bürgern ehrenamtlich geschaffen wurde.